Dienstag, 24. März 2015

Vogelfütterung im Sommer.


Wir füttern Vögel das Ganze Jahr über. Das Foto zeigt einen Grünfink der sich an Sonnenblumenkernen labt. Im Juni, wenn die Meisen mit ihrer Brut besonders viel Stress haben, gebe ich auch gerne noch Erdnüsse.
Das haben wir so eingeführt nach unseren Erfahrungen des allerersten Jahres hier (2009). Damals wurden die Blaumeisenkinder im Juni flügge, am ersten schönen Tag nach einer langen Regenperiode gaben ihre Eltern ihnen Flugstunden. Wir mussten unsere Katzen einsperren. Zwei Nachzügler trauten sich ewig nicht aus dem Nest. Irgendwann war es dann doch soweit, auch die kleineren zwei Meisen des Nestes wagten den Abflug mit ihren Eltern und Geschwistern Richtung Wald. Vorher hüpften sie auf dem Boden im Brennessgestrüpp herum, man merkte dass sie einfach nicht so kräftig wie ihre zwei Geschwister waren.
Seither wird gefüttert. Für die Jungen brauchen die Eltern unbedingt Insekten, das ist Stress genug, sich selbst können sie (falls vorhanden) auch mit Nüssen und Kernen ernähren. Ich weiß gar nicht wie die Blaumeiseneltern es bei diesem Wetter fertig brachten sich selbst und ihre Jungen mit Insekten zu versorgen. Alle vier Jungen starteten schließlich erfolgreich ins neue Leben.
Zufüttern mit Sonnenblumenkernen bringt den Eltern spürbare Entlastungen. Im ersten Jahr hatten wir noch Schädlinge im Obst. Die Äpfel waren verwurmt (Apfelwickler).
Seit dem wir Füttern ist diese Problem doch glatt verschwunden. Klingt erstmal paradox. In den modernen Agrarwüsten ist es für Singvögel schwierig geworden Nahrung zu finden. Die Wiesen werden andauernd gemäht bevor sich Fruchtstände bilden und und und … Dadurch waren nur relativ wenig Vögel da. Das Füttern erhöht die Bestände sichtlich. Während die Vögel dann darauf warten, auch mal an die Futterstation zu können, hüpfen sie im Baum herum und schnappen sich, was sie bekommen können.
Zur biologischen Schädlingsbekämpfung empfiehlt es sich daher den Singvogelbestand aktiv zu unterstützen.
Nebenbei macht es Freude eine bunte, fröhliche Schar in seinem Garten zu haben.

Empfohlene Lektüre:
Berthold, Mohr, Vögel füttern- aber richtig, Kosmos, Stuttgart 2008
Erven, Heinz, Mein Paradies, neu verlegt beim OLV Verlag, 2014
Das Buch von Heinz Erven zählt mit zum anregendsten zum Thema alternativer Obst und Gartenbau und Förderung von Nützlingen.

Montag, 23. März 2015

Schwalben bringen Glück


Wir freuen uns jedes Jahr wenn die Schwalben wieder kommen.
Sie gelten als Glücksbringer und solange sie da sind haben wir weit weniger Probleme mit Mücken.
Ihr Abflug Mitte September macht sich da merklich bemerkbar. Wo Schwalben nisten gibt es keine Erdstrahlen, dies ist altes keltisches Wissen, wie es mir mein Großvater übermittelt hat, er selbst war Rutengänger.
Schwalben zu beobachten ist einfach nur interessant. Sie verfolgen erbarmungslos Katzen, verscheuchen sie mutig im Sturzflug. Ein junger Turmfalke der ihre flüggen Jungen verspeisen wollte flüchtete sich ins Dickicht des Obstbaums mit zerzausten Federn. Niemand ist vor ihnen sicher,


der es wagt den Nachwuchs anzugreifen. Leider ist die jährlich Rückkehr nicht garantiert. Im Süden werden sie gefangen, als Delikatesse verspeist.
Letztes Jahr kam nur ein Paar zurück. Unser Bestand nimmt trotzt erfolgreicher Brut und unserer Unterstützung seit Jahren eher ab statt zu. Und so bangen und hoffen wir jedes Jahr ob unser Schwalben wiederkehren.

Wintergäste: Seidenschwanz, Wachholderdrossel, Gimpel




Für Wintergäste lassen wir immer etwas Obst in den Bäumen hängen.
Seidenschwänze lieben altes Obst, sie kommen als Teilzieher in manchen Jahren aus dem hohen Norden nach Mitteleuropa. Im Feng Shui gilt es als besonders glückbringend Obst auf den Bäumen zu lassen und wenn die Vögel dann selbiges verzehren dann gilt dies als doppelt glückbringend.
Wir freuen uns immer wieder wenn diese prächtigen Tiere uns besuchen.
Fällt das Obst zu Boden dann finden Hasen und wie im zweiten Foto zu sehen eine große Schar Wacholderdrosseln für sich Nahrung.
Das dritte Foto zeigt eine Gimpeldame die sich an den Brennsesselsamen labt.
Obwohl das Futterhaus mit fetten Sonnenblumenkerne nicht weit davon steht, waren ihr die Brennsesselsamen lieber. Man muss sie halt stehen lassen die Brennnesseln. Übrigens gelten Brennnesseln seit Urzeiten als Schutz gegen Erdstrahlen, dort wo sie wachsen werden die negativen Energien neutralisiert. So kann man sich den Rutengänger sparen.
Oft sitzen Meisen und Finken auch auf Gräsern die wir stehen ließen und piken sich die Grassamen raus. Etwas Natur stehen zu lassen schafft Nahrung und Lebensraum für viele Arten.

Sonntag, 22. März 2015

Die richtige Wahl bei Obstbäumen


Schöner aus Nordhausen, feste angepflockt und mit Gitter geschützt.
 Es ist wichtig gemäß den klimatischen Bedingungen Obstbäume anzupflanzen. 2014 haben wir den Hochstamm der Apfelsorte „Schöner aus Nordhausen“ gepflanzt. Er ist windstabil, die Blüte ist frostunempfindlich, der Baum hat eine ungewöhnlich hohe Widerstandsfähigkeit gegen Frost.
Die Sorte „Jakob Fischer“ hat sich zwar als frosthart aber wenig windstabil erwiesen.
Eine weitere Sorte die sich für rauere Höhenlagen eignet ist „Kaiser Wilhelm“.
Jakob Fischer (im Hintergrund) und Schöner aus Nordhause (vorne) überdecken sich vor einem schönen Regenbogen.
Wir haben lehmigen Sandboden, da ist eine stark wachsende Unterlage (Sämling) wichtig. Gartencenter und Gärtnereien bieten meist nur Ware mit schwach wachsender Unterlage an. Das geht für schwere Böden, aber auch dann muss man einiges wissen, um an seinem Baum wirklich Freude zu haben. Die Wurzeln von schwach wachsenden Unterlagen sind nicht wirklich lang, das verleiht dem Baum keinen stabilen Stand. In Gegenden mit leichten Böden sieht man in Gärten oftmals Bäume, die ziemlich schief stehen, obwohl sie angepflockt wurden. Das ist meist ein Zeichen dafür, dass eine für den Boden zu schwach wachsende Unterlage gewählt wurde.
Der Gang zu einer guten Baumschule mit einem Bestand an alten und für den biologischen Obstbau nützlichen Sorten ist daher eine Entscheidung, die ich nur jedem anraten kann. Im Buch von Franz Wühl: Alte und neue Apfelsorten, München 2011, finden sich die entsprechende Anbieter auf Seite 354. Baumgartner in 84378 Nöham bietet über 500 Sorten an. Von dieser Baumschule stammt auch unser Schöner von Nordhausen und der Kaiser Wilhelm.
Gute Bücher zum Thema studieren und dann am besten vor Ort mit den Fachleuten reden lohnt sich für jeden Hobbyobstgärtner.

Februar/März 2015


In Baumärkten erhältliches Saatgut und auch vorgezogenen Pflanzen aus Gärtnereien haben sich für uns als wenig brauchbar erwiesen. Wir ziehen jetzt selber vor mit einer entsprechenden Lampe. Teilweise haben wir bereits eigenes Saatgut zur Verfügung, ansonsten bestellen wir bei den entsprechenden Saatgutherstellern für den biologischen Landbau alte, ertragreiche Sorten, die mit normalen, kunstdüngerfreien Bodenverhältnissen zurecht kommen.
Tomatensorten: Rio Grande, Berner Rose, Zuckertraube.
Salate: Hirschzunge, Ochsenzunge.
Zwiebeln: Sturon, Zittauer Gelbe, Snowball.
Paprika. Frühzauber, Szegediner.
Grünkohl: Ostfriesische Palme
Weinstecklinge (Nero) und Pappelsteckhhölzer wachsen schon prächtig in den Töpfen.
Im Freien wurden bereits Puffbohnen und Zwiebeln ausgesät. Das ist heuer eine Ausnahme.
Die letzten Jahre lang bis in den April hinein Schnee.
Am 12. März wurden Johannesbeerstecklinge etc. ausgepflanzt: Rolan, Rondom, Junker v.T., Josta, Rovada, Versailler, Stanza.

Anzuchtlampe

Sonntag, 22. Februar 2015

Foto eines sterbenden Maulwurfs aus unserem Garten oder: warum ich kein Schneckenkorn mehr einsetzte.

Leider war der kleine Kerl krank und verstarb ein paar Stunden nach dem Foto. Vermutlich durch ein für andere Tiere angeblich unschädliches „biologisches“ Schneckengift-Präperat in Mitleidenschaft gezogen. Der Maulwurf tauchte einen Tag nachdem ich das Korn auf dem Beet ausgelegt hatte dort  totkrank mit Krämpfen kämpfend auf. Wir haben ihm dann ein Versteck mit viel Heu gebaut, in dem er blieb denn er hatte Lähmungen in den Hinterbeinen. Am Abend war er dann tot. Vermutlich waren die letzten Stunden für den Maulwurf sehr schmerzhaft.
Von weiteren „Tierversuchen“ habe ich dann abgesehen, Schneckenkorn kommt seither bei mir nicht mehr zum Einsatz. Ich glaube den Herstellern dieser Präperaten kein Wort mehr. Wunder über wunder tauchten seither auch keine kranken Maulwürfe mehr auf. Diese Tiere sind viel zu wichtig als dass man fahrlässig ihr Leben gefährden sollte. Sie fördern den Humusaufbau, was kaum jemand weiß. Sie sind auch die natürlichen Feinde der Wühlmäuse, sie plündern Wühlmausnester.
Es gibt Wühlmausfallen die angeblich für Maulwürfe unschädlich sein sollen. Auch diese Behauptung des Herstellers hat sich in meinem Fall nicht bewahrheitet. Zweimal fand ich in den maulwurfsicheren Wühlmausfallen tote Maulwürfe.
Das ist ein Fiasko. Denn jeder tote Maulwurf ist ein wertvoller Wühlmausfeind weniger. Klar dass auch diese Fallen nicht mehr zum Einsatz kommen. Ich freue mich über jeden neuen Maulwurfhügel.
Vor einigen Jahren hatten wir eine arge Wühlmausplage, trotz emsigen Einsatzes meiner fünf Katzen, des Turmfalkens, des Steinkauzes und der Füchse war kein Ende in Sicht.
Diese Zeiten gehören nun der Vergangenheit an. Es sind zwar noch immer Wühlmäuse unterwegs, aber der extreme Schaden (fast ein gesamtes Kartoffelbeet geplündert, Karotten wurden jung weggeputzt, usw.) bleibt aus.
Der vorbehaltlose Schutz des Maulwurfs, der Verzicht auf jegliches Gift, hat zum Gleichgewicht geführt.  Wo Gift gegen Wühlmäuse und andere Schädlinge eingesetzt wird, verenden auch Maulwürfe und andere nützliche Tiere, die versehentlich die vergifteten Tiere fressen oder das Gift unbeabsichtigt aufnehmen. So ist ein ewiger Kreislauf des Elends und der Bodenvergiftung vorprogrammiert.
Vor kurzem habe ich einen Bauernhof in Siebenbürgen besucht. Der dort tätige Biobauer konnte mitten im fruchtbarsten Schwarzerdeboden fleißig Kartoffeln ernten, er kennt keine Mäuseplage, obwohl das Klima dort und die hohen Ernteerträge eigentlich vorzüglich für Schädlinge sind. Aber es gibt dort keine Chemiefritzen, die Natur ist noch im Gleichgewicht. Chemie schafft oftmals nur eines, sporadisch auftretende Ungleichgewichte zu verewigen. Und Chemie löst keine Probleme, sie verschiebt sie nur.
Schneckenkorn gelangt auch aus einem wichtigen zweiten Grund nicht mehr in Einsatz. Es gibt Raubschnecken, sie sehen gefährlich aus und sind es auch.

Der Tigerschnegel (Große Egelschnecke, Limax maximus) frißt andere Nacktschnecken bzw. deren Gelege, z.B. die gefürchtete spanische Wegschnecke, die von Igel, Kröten etc. wegen ihres bitteren Schleims verschmähen. Kaum einer weiß das. Man braucht auch keine Angst haben, dass der Schutz des Tigerschnegels am Ende auch zu einer Bedrohung von Salaten und Co. werden könnte. Sie ernähren sich zwar auch teils pflanzlich, gehen aber nur auf welke oder abgestorbene Pflanzen los. Leider, so wie man liest, auch auf Schneckenkorn.
Und wieder wird so die Selbstregulierung der Natur ausgebremst. Nachhaltige ökologische Landwirtschaft braucht vor allem eines: die Fähigkeit zu beobachten!
Und als zweites die Bereitschaft Wissen zu erwerben und selbständig zu forschen.
Vieles wichtiges steht nicht in den Lehrbüchern. Ökologisch denken ist immer noch Pionierarbeit.

Und wie erkennt man nun, ob die Spuren im Garten vom Maulwurf oder von der Wühlmaus herrühren?
Das ist gar nicht so schwer. Man kann sich einfach einen Haufen Auswurferde vornehmen. Vorsichtig nach dem Ausgang des Gangs tasten: Beim Maulwurfhaufen befindet sich dieser genau in der Mitte des Haufens, bei Wühlmäusen ist er am Rand. Auch die Gänge selbst können herangezogen werden: Maulwürfe erzeugen flach-ovale, Wühlmäuse hingegen runde bis hoch-ovale Gangquerschnitte.

Freitag, 30. Januar 2015

Kampf um die Haselnussernte 2014

2014 hatten wir die erste größere Haselnussernte. Endlich. Und wieder wäre es beinahe nichts geworden.

2012 war der Strauch noch zu klein, die paar Nüsschen die ausreifen wollten waren irgendwann weg, wir schoben es auf die lieben Eichhörnchen, von denen man ab und zu welche rumhüpfen sieht - durch die Bank noch rotbraune.

2013 waren schon deutlich mehr Nüsse zu sehen. Die Vorfreude war groß - doch leider kam uns wieder das "Eichhörnchen" dazwischen.

2014 hing endlich der ganze Strauch voll, wir waren guter Hoffnung dass das Eichhörnchen das nicht alles packt. Ende August, wir haben uns nach getaner Gartenarbeit am Balkon gesonnt, fängt eine unserer Katzen zu knurren an und schaut gebannt nach unten. Ich denke mir nichts, will aber wissen ob Nachbars Hund wieder zu Besuch kommt. Und ich sehe es sofort im Gebüsch wackeln. In den Haselnüssen. Kurz sehe ich es rosa durchschimmern. Aha, das "Eichhörnchen ist da.
Das Eichhörnchen stellt sich als ältere dicke Dame heraus. Auf die Frage was sie da tut meint sie nur, sie würde sich die Hasenüsse holen. Konfrontiert mit der Tatsache, dass das hier Privatgrund ist meint sie nur, die Nüsse würde sich doch sowieso niemand holen. Ich sage ihr, die Nüsse sind noch nicht reif. Nein, sagt sie, die sind reif. Haselnüsse sind im August reif, das weiß sie noch von ihrem Vater. Aha. Ich sage ihr bestimmt, dass wir die Nüsse noch zu ernten pflegen, und zwar dann wenn sie reif sind. Murrend zieht die gute Frau davon.

Wann also sind Haselnüsse reif?
  • Die Hüllblätter werden braun und trocken. ("Schwarz-braun ist die...")
  • Die Nüsse lösen sich leicht aus den Hüllblättern.
  • Das Laub verfärbt sich.

Keiner dieser Punkte war Ende August zu beobachten. Grüne Nüsse, grüne Blätter. Einen festen Reifezeitpunkt kann man auch nicht angeben, wie bei anderen Früchten hängt der von Sorte und Standort ab. Wir haben täglich kleine Mengen geerntet, bis Ende September, da kam der Frost.

Verführerisch... Aber noch immer grüne Nüsse. Da hilft nur Warten.

Eine Passage aus "Könemann, Nussbau in allen Lagen" kam mir in den Kopf:
Das Grünpflücken zum Grüngenuss ist [...] ein Brauch, der ebenfalls zu verwerfen ist. Es bedeutet nichts weiter als eine luxuriöse Delikatesse. Der Nussbau soll den Zweck haben, im wesentlichen Fett zu erzeugen. Grünverbrauch aber dient nicht der Fetterzeugung. Es ist deshalb eine Verschwendung und - eine Untugend. Wir können es allährlich erleben, dass durch Habgier und Genusssucht die Haselnüsse in Wald und Flur im grünen Zustande geplündert und ausserdem die Sträucher erheblich beschädigt und Blütenanlagen für das nächste Jahr vernichtet werden.

Da sich die Nüsse noch nicht selbst lösten, hat die Frau auch brav die gesamten Fruchtstände samt Stiel gepflückt. Das macht man nicht! Ich habe es an drei Fruchtständen versucht und immer habe ich die neue Knospe mit ausgerissen. Aus diesen Knospen entstehen im nächsten Jahr neue Blütenstände, das Grünpflücken minimiert also auch die Ernte im Folgejahr!

Diese sehen schon besser aus, aber reif sind sie noch immer nicht. Ernten des Fruchtstandes würde die kleine Knospe, aus der im Folgejahr wieder eine Blüte entstehen würde, am Stielende herausbrechen. Vollständige Grünernte eines Strauches kann also erheblichen Schaden anrichten.


Neben dem taugen die Nüsse auch nichts. Sie schmecken nicht, denn der Ölgehalt ist noch zu gering, sie bestehen zu einem Großteil aus Wasser. Zur Haltbarmachung muss man sie deutlich länger trocknen, sie verlieren dabei stark an Masse. Reife Nüsse lassen sich leicht vom Strauch schütteln (vorsichtig daran rütteln), trocknen schneller und schrumpfen nur mäßig. Die Grünernte macht also mehr Arbeit für weniger Ertrag.

Ein Teil der Ernte beim Trocknen: Webbs Preisnuss, Hallesche Riesen und einfache Waldhasel.


Die Nüsse, die wir jetzt den Winter über essen können, sind groß und extrem lecker! Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr.

Reife Haselnuss der Sorte "Webbs Preisnuss": Große, längliche Nuss, gutes Verhältnis Schale zu Nuss.


Zwei kleine Sachen wollen noch erzählt werden:
  • Die Frau kam zwei Wochen später wieder beim Spazierengehen vorbei, diesmal mit Begleitung. Sie warf einen Blick in Richtung der Haselnüsse, schüttelte den Kopf, sagte "Die lernen's nimmer" und tuschelte dann ihren etwas Freundinnen zu. Hat sie scheinbar gar nicht interessiert, dass wir - gut sichtbar - gerade im Garten am Arbeiten waren.
  • Die Aronia, die voll von Früchten hing, und von denen wir täglich Früchte kosteten und noch auf den besten Erntezeitpunkt warteten, waren über Nacht verschwunden. Sicher 2-3 Kilo Früchte. Das Gras um die Sträucher war zertrampelt. Keine Spuren von Rehverbiss oder Vogelschaden. Und man muss dazu 10 Meter ins Grundstück gehen und über einen Zaun steigen.

Was bleibt am Ende zu sagen? Die Dummheit, Gier und Unverschämtheit mancher Menschen scheint grenzenlos. Eigentum wird nicht geachtet, man räubert ganze Anpflanzungen leer nur um sich sonst teuren Genuss kostenlos ins Haus zu holen. Wie wäre es dann mal mit selber anbauen? Dann würde man sehen, dass es durchaus einiges an Arbeitsstunden erfordert, den Strauch zu pflegen. Vor allem bei unseren Bedingungen. Haselnüsse brauchen Kalk, pH 5,5 ist da alles andere als optimal. Unsere Sommer sind teilweise extrem trocken, die letzten Jahre gab es immer mehrwöchige (bis zu 6) Perioden komplett (!) ohne Niederschlag, und das bei Temperaturen bis 35°C und mehr. Haselnüsse sind Flachwurzler, und bei unserem Boden (lehmiger Sand) wird das Wasser schlecht gespeichert. Wir müssen also kalken, Kompost ausbringen, mulchen und im Sommer ab und an gießen. Wenn man sich dann (erfolgreich!) an ertragreichen Sorten wie "Webbs Preisnuss" und "Halleschen Riesen" versucht gibt man sich noch mehr Mühe.
Und dann will ich sehen, wer da noch ruhig bleibt, wenn die übers ganze Jahr ersehnte Belohnung für die Schufterei klammheimlich weggeräubert wird.

Abgesehen davon freuen sich auch die Tiere in der Natur - wie Eichhörnchen und Vögel, wenn man ihnen den einen oder anderen Leckerbissen noch hängen lässt.

Nachtrag März 2015:
Die Haselnüsse blühen - endlich! Das erste Zeichen dass der Winter endlich weicht. Darum hier jetzt auch ergänzend ein Bild von einer weiblichen Haselnussblüte:
Man sieht auch sehr schön die Stelle, an der im letzten Jahr die Früchte saßen (im Bild direkt links unterhalb der Knospe). Diese Blüte gäbe es sehr wahrscheinlich nicht, wären die Nüsse grün geerntet worden!